Mittwoch, 14. Oktober 2009

Funny Weekend

Trotz Stress in der Uni habe ich mir den Spaß am Wochenende nicht nehmen lassen. Ich hatte mir ja vorgenommen nicht weg zu gehen, was ich zum größten Teil auch eingehalten habe, weil ich sehr viele Hausaufgaben hatte, nichts desto trotz hatte ich ein sehr lustiges Wochenende. Am Freitag sind Lisa und ich mit Yvonne ganz spontan Thomas’ Einladung zum Pokern gefolgt. Dort habe ich zum ersten Mal in meinem Leben gepokert. Von sieben Leuten bin ich Vierte geworden. Für eine Anfängerin ist das gar nicht mal so schlecht. Für Las Vegas reicht es aber leider noch lange nicht (wer Lisas und mein Facebook-Profil verfolgt, weiß was ich meine).Am Samstag bin ich mit Jasmin in die Stadt zum Shoppen gefahren. Eigentlich wollte ich auf einen Mädelsabend, zu dem ich eingeladen war, aber da Jasmin und ich so lange in der Stadt unterwegs waren, vor allem weil wir den Bus verpasst haben, der am Wochenende nur jede Stunde fährt, habe ich mich anders entschieden und habe abgesagt, weil ich Hausaufgabentechnisch noch viel zu tun hatte. Lisa ist mit Laura und Johanna auf diesen Mädelsabend gegangen, aber da es ziemlich langweilig war, weil die Mädels alle anscheinend nur Spanisch geredet haben, waren die nach einer Stunde schon wieder da. Laura ist dann bei uns geblieben und hat den Abend mit mir verbracht, während Lisa und Johanna ab ins „The Hawk“ (näheres zu The Hawk bei Lisa auf dem Blog - den Link findet ihr rechts) sind. Gegen drei Uhr morgens habe ich dann Lisa eine SMS geschrieben und gefragt ob denn alles in Ordnung ist. Nach 5 Minuten hat sie mich angerufen und mir erzählt, dass sie auf dem Weg zu einer Hausparty ein Mädchen in einem Vorgarten haben liegen sehen. Sie war Barfuss (es waren 0°C ) und total betrunken. Mike, der mit Lisa und Johanna und Thomas unterwegs war hat ihre Mutter angerufen. Die war aber zu müde um ihre sturzbetrunkene Tochter, die sich nur noch am übergeben war und nicht mehr wusste wo und wer sie war, abzuholen und hat Mike vorgeschlagen, dass er sie doch mit nach Hause nehmen könnte, wo sie sie dann am nächsten Morgen anholen wird. Also haben die vier sie zu uns in die Wohnung geschleppt. Aus Dankbarkeit hat sie sich unten am Haupteingang übergeben, was natürlich im Blickfeld der Überwachungskameras war. Bei uns in der Wohnug angekommen hat sie sich auf unser für sie von Jasmin und mir provisorisches Bett gesetzt und ist mit dem Kopf im Eimer eingeschlafen. Ich hab mir in der Zwischenzeit ihre Handynummer und ihren Namen aufgeschrieben, falls es Probleme im Nachhinein geben sollte. Man kann ja nie wissen. Als ich mir ihren Führerschein näher angeschaut habe, hab ich gemerkt, dass sie 4 Tage zuvor 21 geworden ist, was ihren Zustand plausibler machte. Da wurde die kleine Amerikanerin volljährig und musste sich natürlich am erstbesten Abend die Kante geben. Im Nachhinein haben wir uns überlegt, dass es doch besser gewesen wäre den Notruf zu rufen. Dann hätte ihre Mutter kommen müssen, sie hätte eine fette Rechnung nach Hause geschickt und den Magen ausgepumpt bekommen und dann hätte sie so einen Scheiß nie wieder gemacht. Am nächsten Morgen kam dann ihre Mutter angetanzt, die sich eigentlich nur für das Wohlbefinden des Handys interessiert hatte, denn das wär ein supergau gewesen wenn es weg gewesen wäre, weil es ja ganz neu war. Ja, sprachlos. Das Mädel sich auch noch in die Hose gemacht hat, erzähl ich besser nicht.


Was soll man dazu noch sagen...

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Cheesecake

Gestern waren Lisa und Laura in Kansas City shoppen. Jasmin und ich konnte leider nicht mit, da wir noch Vorlesung hatten, außerdem bin erkältet. Lisa und Laura waren aber trotzdem so nett und haben uns aus der Cheesecake Factory Cheesecakes mitgebracht. Als die Mädels mit den langersehnten Cheesecakes endlich ankamen, haben die mir gesagt, dass ich auf jeden Fall noch warten muss bis sie wieder da sind (sie mussten noch mal eben weg) bis ich den Kuchen esse. Sie wollten nämlich mein Gesicht sehen wenn ich das erste mal reinbeiße. Jasmin und ich konnten aber nicht warten und haben die hier gedreht:




Danach habe ich noch drei Bissen von dem Kuchen genommen, weil mir auf Grund eines minderschweren Zuckerschocks kotzübel war. Er war aber sooo lecker!

Samstag, 3. Oktober 2009

Chicago

Letztes Wochenende waren Lisa und ich in Chicago. Wir sind am Donnerstagabend los und sind die ganze Nacht im Bus gesessen und sind Freitag morgens um 7 in Chicago angekommen. Wir hatten Glück, dass meine Mutter Bekannte in Chicago hat, bei denen wir dann unsere einzige Nacht in Chicago verbracht haben. Wir haben ziemlich zentral gewohnt, sodass wir Downtown zu Fuß erreicht haben. Auf dem Weg Downtown sind 2 Männer fortgeschrittenen Alters an uns vorbeigelaufen und haben aus irgendeinem Grund nach den Regeln von Beer-Pong gefragt. Als ich sie ihm erklärt habe, hat er gemeint, dass ich ziemlich gut in diesem Spiel sein müsse, woraufhin ich gesagt habe, dass ich Flip Cup besser kann. Als ich ihm die Regeln von Flip Cup erklärt habe, hatte er nur eins über mich zu sagen:“ You’re a f***ing dangerous but really interesting person.“ An der Rush ST vorbei, wo abends der Punk abgeht sind wir dann auf die Michigan Ave gebogen, die auch als Magnificent Mile bekannt ist, weil man da so super einkaufen kann. Aber statt einkaufen zu gehen waren Lisa und ich so vorbildlich und sind geradewegs auf das mittlerweile Wahrzeichen Chicagos mitten im Millenium Park zugsteuert „The Cloud Gate“ oder einfach nur „The Bean“ wie es von Chicagos Einheimischen auch liebevoll genannt wird. „Bohne“ ist gar nicht so weit hergeholt, denn diese riesige Skulptur sieht aus wie ein riesiger Tropfen Quecksilber in Form einer Bohne. Diese Form spiegelt die Skyline, den Himmel, den Boden und die Leute in einer verzerrten Perspektive wieder. Die Skulptur ist 10 Meter hoch, 20 Meter lang und 14 Meter breit. Man kann sie anfassen, unten drunter und außen rum laufen. Sie wurde 2004 als Skulptur für den Millenium Park in einem Wettbewerb auserkoren und 2006 vollendet.Noch mehr Kultur haben wir uns schließlich im Museum of Art Institute gegönnt. Für Kunstliebhaber und angehende Designer einfach ein Muss. Dort gab es auch viele bekannte Gemälde, wie den „Seerosenteich“ von Monet, „Schlafzimmer in Arles“ von Van Gogh, „Nighthawks“ von Edward Hopper, ein paar Warhols und Liechtensteins und vieles mehr.Nachdem wir uns gefühlte 20 Stunden in dem Museum aufgehalten haben, sind wir auf dem Weg zurück an einem Brunnen vorbei, wo wir uns trotz knurrendem Magen noch ein bisschen aufgehalten haben. Das tolle an dem Brunnen war, dass er interaktiv ist. Wir haben uns direkt die Schuhe ausgezogen und sind über die Wasserfläche gelaufen.Wieder bei den Bekannten zu Hause angekommen haben wir erstmal eine leckere selbst gemachte Pizza gegessen. Nach dem Fraß, den wir in Kansas zu uns nehmen, war das echt ein Stück Luxus.Natürlich konnten Lisa und ich an einem Freitagabend in Chicago nicht zu Hause bleiben. Wir haben den Tipp gekriegt, dass es im größten Wolkenkratzer Chicagos dem „John Hancock Tower“ eine Bar gibt und das im 96.Stock. Wir hatten, wie immer, so ein Schwein und haben trotz voller Bude einen Tisch direkt am Fenster bekommen. Ich erwähne an dieser Stelle besser nicht was ein Cocktail da gekostet hat, ich sage nur, dass wir uns einen gegönnt habe. Aber der Blick aus dem Fenster war einfach unbezahlbar. Im Endeffekt waren wir zu müde um auf die Piste zu gehen. Zwar wäre das super gewesen es auszunutzen, dass die Clubs mal nicht erst um 2 zu machen, aber wir hatten ja noch einen harten Tag vor uns. Für den Samstag haben wir eine überteuerte Segway-tour gebucht, wer der Kaufhaus Cop gesehen hat, weiß, was ein Segway ist. Lisa und ich haben den Weg zum Treffpunkt überschätzt und haben getrödelt. Nur weil wir ein Taxi genommen haben, sind wir mit zehn Minuten Verspätung angekommen. Die Gruppe war schon Weg aber dafür war ein Guide da, der nur auf uns gewartet hat. Da war wieder das Schwein das wir hatten . Unser Guide war zwei oder drei Jahre älter als wir und hat erstmal vorgeschlagen mit den Segways ins nächste Café zu fahren und zu frühstücken. Das kam uns sehr gelegen, da wir noch nichts gegessen haben. Die Tour hat 2 Stunden gedauert. Schon allein um Segway zu fahren, hat sich jeder Cent gelohnt. Nach der Tour haben wir alles von Chicago gesehen, was man in 2 Tagen sehen konnte und sind natürlich noch auf eine Shoppingtour gegangen. Uns ist ja leider schon am Anfang unserer Segwaytour der Akku der Kamera leer gegangen. Deswegen bin ich in einen Drogeriemarkt gegangen und hab mir da eine Wegwerfkamera besorgt. In diesem Laden hätte ich mich mit dem Kauf einer dieser Kameras kostenlos gegen Grippe impfen lassen können. Das ist kein Scherz. Ich habe mit meiner Wegwerfkamera ein Bild davon gemacht. Also die sind ja sowas von bescheuert. Im WalMart gibt es übrigens Grippeimpfstoffe im Sonderangebot. Die nächsten Stunden haben wir dafür genutzt und die Läden hinter den Schaufenstern anzuschauen. Hinter einem dieser Schaufenster war ein Laden, der sich American Girl Place nennt. Dieser Laden ist in Amerika der totale Renner. Man kann dort eine Puppe kaufen, die genauso aussieht wie man selbst. Die Zielgruppe sind natürlich kleine Mädchen, denn für alle Kleider die es für die Puppen gibt, gibt es ein Äquivalent in Lebensgröße. Lisa und mir ist die Kinnlade runtergelappt als wir dieses Ausmaß an Whansinn gesehen haben. Es gibt Bademäntel, Cheerleaderkostüme, Reitausrüstungen, Pigiunpantoffeln und viele mehr. Als wir dachten, wir hatten schon alles gesehen wurden wir eines anderen belehrt. Wir biegen nichts ahnend um die Ecke und da erstrahlt ein Haarsalon in seiner vollen Pracht. Das war nicht irgendein Salon, nein, denn da kann man seine Puppe für $10 bis $20 Frisieren lassen. Man setzt sie in Miniaturstühle, sie krigen einen Kittel um und professionelle Friseusen machen den Puppen die Haare, während die Väter nebendran geduldig warten müssen. Also ich kann mich daran erinnern, dass ich an einer Puppe die Tatsache toll fand, dass ich sie frisieren konnte. Heute scheint der Sinn einer Puppe nur der Besitz zu sein. einfach krank. In diesem Laden wirst du der reinsten Gehirnwäsche unterzogen. Dass ich selbst nicht auf diese Idee gekommen bin.Nach der Shoppingtour sind wir dann total erschöpft im McCormick’s and Schmicks – einem Fischrestaurant gelandet sind. Um 22 Uhr haben wir uns noch mit meinen Bekannten noch mal zum Tee getroffen bis wir dann um Mitternacht wieder nach Kansas aufgebrochen sind. Im Bus waren wir als Weiße deutlich in der Minderheit, was einen schon ein wenig eingeschüchtert hat. Besonders eine Frau hat sich nicht gerade Beliebt gemacht. Sie hat mir nämlich schon beim einsteigen fast eine verpasst, weil ich mich vordrängelt habe um mich zu Lisa zu stellen. Aber als sie angefangen lauthals DREI STUNDEN lang irgendjemandem zu telefonieren, nein, eher zu streiten wollten wir einfach nur noch schnell zu Hause ankommen. Dabei möchte ich anmerken, dass die Busfahrt zehn Stunden gedauert hat. Diese Frau ist uns deswegen so in Erinnerung geblieben, da sie den ganzen (Doppel-)Decker Bus an ihrem Gespräch hat teilnehmen lassen. Wir haben sage und schreibe durchschnittlich 20 Schimpfwörter pro Minute gezählt. Gektrönt wurde das Gespräch mit einem Abschließenden Ausraster mit den Worten:“I don’t give a fuck about the police! Watch what you’re saying you fucking bitch or I’m fucking going to kill you and your damn kids!“ Danach hatten wir Ruhe






erstmal Frühstücken - der Herr in Orange war unser Guide



















Donnerstag, 3. September 2009

Nachtschwärmer

Ich bleibe dabei, dass die Vorlesungen sehr interessant sind. Es gibt jedoch eine Vorlesung, nämlich Photomedia, in der meine Augenlieder ganz schwer werden. Das liegt zum einen daran, dass wir in dem Vorlesungsraum im halbdunkeln sitzen, weil der Beamer an ist, dass ich ständig auf dem PC starre, dass es die zweite Vorlesung nach eine dreistündigen Vorlesung ist und einfach daran, dass ich an Tagen, an denen ich um 7 Uhr aufstehen muss einfach zu wenig geschlafen habe.
Heute ist nämlich folgendes passiert: Mir sind in dieser Vorlesung schon seit einer Stunde die Augen am zufallen. Zu meinem Unglück mussten wir uns mit unseren Stühlen um den Dozenten scharren, weil er die familiäre Atmosphäre so sehr schätzt. Ich habe direkt vor im gesessen. Mein Blick muss so leer in seine Richtung gegangen sein, dass er mir einen kräftigen Klaps an meine Wade gegeben hat, dass ich wieder hellwach war. Das war von ihm nicht böse gemeint. Er hat mich gefragt ob es mir gut geht oder ob ich einfach nur müde sei. Ich hab gesagt, dass es mir gut geht und dass ich nicht müde sei (was gelogen war). Als meine Wade aufgehört hat wehzutun kehrte die Müdigkeit wieder in meine Augen. Doch dann gab es zehn Minuten Pause, die ich für ein Nickerchen nutzen wollte. Ich war ja bis dahin der festen Überzeugung, dass ich nirgends einschlafen kann als in meinem Bett. Aber da wurde ich eines Anderen belehrt. Als ich gemerkt habe, dass die Stimme in meinem Traum die Stimme meines Dozenten war, bin ich hoch geschreckt und habe nur gesehen wie Lisa einen Lachkrampf bekommen, Jasmin gerade ein Bild von mir gemacht und Luke (unser Dozent) mich hämisch angelächelt hat, da ich ihm bewiesen habe, dass er vorhin doch Recht hatte. Zum Glück findet Luke das eher lustig als unhöflich. Mir war es nur schrecklich peinlich und unangenehm. Mir ist sowas noch nie passiert. Der Rest der Klasse hat das gar nicht mitbekommen oder es hat sie einfach nicht gejuckt. Hier scheint es ja der gängige Ton zu sein seine Augen in der Vorlesung auszuruhen oder einfach nur in einen Tiefschlaf zu verfallen. Denn wir haben zwei Spezialisten in unserer Klasse, die die Vorlesung zum Ausruhen nutzen. Ich hab mich schon eh gefragt wie die das hier schaffen mit ihren proppevollen Stundenplänen, Nebenjob, Sportclubs usw.. Und die Lösung liegt auf dem Schreibtisch in der Vorlesung in Form eines schlafenden Studenten. Als nämlich noch einer in der Vorlesung eingeschlafen ist und eine andere Turnübungen gemacht hat um nicht einzuschlafen, hat Luke gefragt, ob denn sein Unterricht denn wirklich so langweilig sei. Das schlimme ist ja, dass der Unterricht wirklich nicht langweilig ist und Luke ein supercooler Typ ist, aber irgendwann ist der Akku einfach leer.
Den Akku habe ich wieder in meiner Chorstunde aufgeladen. Danach sind Jasmin und ich ein Kitsch-, Bastel- und Nähfachgeschäft gefahren um uns noch Stoff für unsere Qiult Blocks, die wir in Textil Design gerade nähen, zu besorgen. Nachdem ich dann mein Mittagessen nachgeholt habe, was ich montags und mittwochs immer tun muss, sind Jasmin und ich ins Nähstudio gegangen und haben unsere Quilt Blocks soweit fertig genäht, dass wir morgen nur noch mithilfe unserer flippigen Dozentin die Ränder anbringen müssen. An solche nächlichen Extraarbeiten müssen wir uns gewöhnen, denn das wird nicht das letzte Mal sein. Montags und mittwochs kann ich mir sowas leisten, da ich am Tag danach erst nachmittags Vorlesung habe. Ich muss zu unserer Verteidigung sagen, dass wir nächtliche Überstunden einlegen, nicht weil wir hinterherhängen sondern weil wir gerade das gerade vermeiden wollen. Und wir liegen sehr gut in der Zeit!
Ich war übrigens am Dienstag das erste Mal mit dem Volleyballclub trainieren. Das war echt super und ich hatte ausnahmsweise nur Amerikanerinnen um mich rum. Noch bereiten wir uns auf das Testspiel vor, wo geschaut wird, wie gut die Einzelne ist. Dann wird man in das A, B oder C-Team eingeteilt. Da ich aber schon im Chor bin und es mir nur um den Spaß an der Freude geht und ich mich nicht übernehmen möchte, habe ich mich für das Rec-Team eingeschrieben. Das Team trainiert nur mit, spielt aber keine Turniere. Im Notfall springt es auch bei Turnieren ein. Außerdem können und müssen die Mitglieder nicht immer zum Training kommen. Morgen ist wieder Training. Da ich Zeit und Lust hab, geh ich auch hin.
Ich freue mich schon!
Ich möchte noch mal auf die Tatsachenberichte von Jasmin in ihrem Blog hinweisen. Die sind echt witzig!
Ich am schlafen.
Seht ihr den Dozenten im Hintergrund lächeln?

Ich wollte noch Fotos vom Nähen Online stellen, aber da hat irgedwie nicht geklappt.
Ich aktualisier den Post so schnell wie möglich!

Dienstag, 1. September 2009

Recycling, Busfahren, gesunde Ernährung: Amerika und der Fortschritt

Unsere Hausaufgabe für Montag in Graphic Design war es, sich ein schon bestehendes Unternehmen, ein wohltätige oder von den Behörden geleitete Organisation oder ein Unternehmen für eine Randgruppe auszusuchen, die ein Problem darstellen. Bei mir war es zum Beispiel, eine Produktlinie mit laktosefreien Süßigkeiten. Diese Themen werden wir dann zu unserem Semesterprojekt. Es war aber wirklich interessant, was die Amerikaner so beschäftigt hat. Viele haben gesagt, dass ihnen ein gesunder, aber trotzdem billiger Fast-Food-Laden fehlt. Dazu fällt mir ein, dass hier eine TV-Werbung von Subway läuft. Da erzählt ein Typ, dass er 100 KG abgenommen hat, weil er regelmäßig zu Subway geht. Also da fehlen mir echt die Worte. Ein anderer hat gesagt, dass man hier ein Recycle-System einführen sollte.
Denn in Canada da gibt es ja sowas, das nennt sich Pfand und die Leute tun die Flaschen in so Maschinen, die dann die Flaschen sortieren. Und überhaupt wüsste man nicht genau, was man recyceln darf und was nicht. Und ein anderes Mädel hat gesagt, dass das Bussystem in Wichita, Kansas total schlimm sei. System? Welches System? Also dasselbe Problem gibt es in Lawrence auch und Lisa nimmt es sich gestalterisch zur Brust. Ich war echt ein bisschen baff, aber auch positiv überrascht, dass es Leute gibt, denen solche Sachen, die wir als Grundsätzlich empfinden, da wir damit aufgewachsen sind, als ein gravierendes Problem sehen.
Übrigens muss ich noch erwähnen, dass so gut die Vorlesungen hier auch sind, so uninspirierend hässlich sind die Vorlesungsräume. Die Wände, sind braun, alt und es gibt keine Fenster. Seitdem weiß ich unsere schöne, alte aber renovierte FH mehr zu schätzen.
Nach den Vorlesungen hatte ich Chorprobe. Ich weiß nicht, ob ich es in einem meiner letzten Blogeinträge erwähnt habe, aber ich bin nicht mehr in den Loser-Chor. Sondern in einem anderen, wo ich mich wohl fühle. Dieses Semester sind zwei Auftritte geplant. Darauf bin ich gespannt.
Da geh ich jeden Tag hin



Foam party in der Wohnung
(Foto-update vom letzten Beitrag)

Montag, 31. August 2009

Fünf Polizeiwagen, ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen...

...und das nur für eine Schlägerei. Am Freitag waren Lisa, Laura und ich auf einer Hausparty. Die Hausparty war nur für „geladene Gäste“ . Also der Gastgeber hat seine Freunde eingeladen und die durften ihre Freunde mitnehmen. In dem Fall war Laura eingeladen und wir sind als ihre Freunde mitgegangen. Man musste $ 5 Eintritt zahlen hat einen roten Becher in die Hand gedrückt bekommen und wurde mit einem flüchtigen „have fun“ sich selbst überlassen. Die $ 5 sollten ein Massenbesäufnis nach dem american style gewährleisten (also 2 Bier). Mehr konnte man eh nicht trinken, weil das Bier nach einer Stunde leer war. Es haben aber trotzdem ein paar Typen geschafft sich so die Kante zu geben, dass sie sofort aufeinander losgegangen sind, weil der eine die Freundin des anderen zu lange angeguckt hat. Nachdem die Jungs (mit dem Mädel) der Party verwiesen worden sind, sollten wir alle reingehen, weil die Nachbarn sich über den Lärm beschwert haben. Aber anstatt reinzugehen, haben viele die Party verlassen, weil das Bier aus war. Ein Typ ist stolz wie Oskar mit seiner Stange von aneinander geklebten leeren Bierdosen rumgelaufen, um sich selber zu zeigen wie viel Alkohol er verträgt und das mit ca. 24 Jahren. Da denkt sich doch der Durchschnittsdeutsche, dass er, wenn er es jemals gemacht hat, sowas vielleicht mit 14 gemacht hat. Es war einfach nur lächerlich. Als wir uns dann schliesslich auch auf den Heimweg machen wollten, kam ein Polizeiwagen nach dem anderen. Der Gastgeber hat Muffensausen bekommen und alle Minderjährigen durch den Hinterausgang im Keller nach draußen geschickt. Als dann noch ein Krankenwagen kam, dachten wir uns schon, dass was passiert sein muss. Nach näherer Betrachtung der Sachlage haben wir im Nachbargarten eine minderschwere Prügelei erspähen können. Wir wissen zwar nicht, was sich dort genau zugespielt hat, aber wir als deutsche waren der Meinung, dass fünf Streifenagen, ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen für ein Kratzer und ein Veilchen am Auge einfach zuviel war. Ein Ami hat gemeint, dass das der Standard ist wenn der Notruf wegen einer Prügelei gerufen wird.
Am sind Lisa und ich für unsere Hausaufgaben in Photomedia durch die Innenstadt gelaufen und haben die Einstellungen auf unserer Kamera getestet. Also eigentlich ist es Lisas Kamera, aber als meine Mitbewohnerin war sie gütig und ich darf sie mitbenutzen. Wir waren so mit dem Fotografieren beschäftigt, dass wir im Eifer des Gefechts den Feg zurück zu Fuß gegangen sind. Am Abend gab es eine kleine Kirmes auf dem Campus. Es war süß gemeint, aber ein wenig überflüssig. Ich fand es sehr lustig, dass diese Kirmes „alljährliche Kirmes“ heißt, obwohl sie dieses Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat.
Als Jasmin, Yvonne, Lisa, Thomas, Mike und ich danach unsere Wohnung betreten haben, konnten wir nicht glauben, was wir gesehen haben. Die Spülmaschine ist aus allen Öffnungen übergeschäumt und der ganze Boden war nass. Nikki war zu Hause hat aber am Anfang beteuert, dass sie das nicht mitgekriegt hat. Schon auf der Kirmes hat mich Jasmin gefragt, was ich den mit der Spülmaschine gemacht hab (weil ich sie angemacht habe), weil die Spülmaschine nämlich ein wenig nach Verbranntem stinken würde. Ich hatte nämlich schon ein wenig Angst gehabt, dass ich das Schuld war, bis mir Nikki gebeichtet hat, dass sie das war. Sie hat nämlich, als die Maschine schon einmal durchgelaufen ist, die Maschine (mit dem sauberen Geschirr!!!) noch einmal angemacht, das Desinfektionszeug reingekippt und auf „heavy wash“ gestellt. Dieses Desinfektionszeug ist ein desinfizierendes Spülmittel, was NICHT für die Spülmaschine gedacht. Ich weiß es deswegen, weil es auf der Flasche draufsteht. Also wer lesen kann ist im Vorteil. Dass die auch alles desinfizieren muss. Die spinnen doch die Amis!
Das lustige war ja noch, dass wir versucht haben Nikki beizubringen, dass es für das Immunsystem nicht gut ist alles zu desinfizieren, weil es dann nicht richtig arbeiten kann. Am nächsten kam sie dann ganz stolz an, weil sie dachte, dass sie im Recht sei, und erzählte uns, dass im Unieigenen Gesundheitszentrum stehen würde, dass man sich regelmäßig die Hände waschen muss. SAG BLOß! Und das im Gesundheitszentrum!
Noch erntet sie reges Unverständnis bei uns.
Am Sonntag waren wir bei Thomas zum Schnitzelessen eingeladen. Mit deutschem Bier und Aprés Ski Mukke haben wir seinen amerikanischen Mitbewohnern die deutsche Kultur näher gebracht. Bei dem Lied „Hey Baby“ von DJ Ötzi mussten sie laut lachen. Nachdem wir dann wieder in unseren Jayhawker Towers waren haben Lisa und ich noch ein paar Fotos auf dem Campus geschossen. Jetzt muss ich aber ins Bett. Morgen ist Vorlesung.

Johanna, Lisa und ich auf der Prügelparty

mit Mike und Thomas auf der Kirmes

Fotosession auf dem Campus

Freitag, 28. August 2009

Lesen? Wie macht man das?

Also obwohl ich hier in den Vorlesungen sehr gefordert werde, muss ich sagen, dass es das war, was mir in den letzten 5 Semestern gefehlt hat. Ich habe das Gefühl, dass ich innerhalb einer Woche mehr gelernt habe, als ich es in Trier innerhalb eines Semesters je getan habe. Schon am ersten Tag wurde uns aufgegeben vier Texte zu lesen. Texte lesen? Ich kann mich an keine Vorlesung in Trier erinnern, nach der ich jemals Texte lesen auf hatte. Außer in Marketing und das war einmal. Und jetzt müssen wir für nächste Woche auch noch zwei BÜCHER lesen. Ich habe nichts mehr ausgehalten. Außer dem Lesen müssen wir noch andere Dinge machen wie uns auf das Thema unserer Gestaltung vorbreiten. In Photomedia haben wir diesen ganzen Theoriekram durchgenommen, den ich schon im zweiten Semester hatte, aber jetzt habe ich es auch verstanden! In Textile Design haben wir jetzt auch noch zustäzlich zu unserem Nadelkissen ein Werkzeugetui genäht. Und heute haben wir damit angefangen einen Quilt block zu nähen. Das wird echt fies, weil es sehr kompliziert ist, aber es ist sehr interessant und macht sehr viel Spaß. Gestern hatte Kim Geburtstag und ich wusste nicht, was ich ihr schenken sollte. Da hab ich mich in die Nähwerkstatt aufgemacht und ihr ein süße, kleine Handy-Hülle genäht, weil mir da so viel Spaß macht. Ich habe mit Kim echt einen Glückstreffer gelandet. Sie ist total lieb und sie hat auf an ihrem Geburtstag all ihren Freunden ganz stolz erzählt, dass ich ihre Austauschfreundin aus Deutschland bin. Sie war das letzte halbe Jahr selbst in einem Austauschprogramm in Bonn. Sie kann auch für amerikanische Verhältnisse sehr gut deutsch. Wenn ich mich mit ihr unterhalte und das Wort nicht auf Englisch weiß sag ich es auf deutsch und sie weiß, was ich meine. An ihrem Geburtstag waren wir in einer Bar. Da ich fleißig war und meine Hausaufgaben für Donnerstag fertig hatte, konnte ich es mir leisten unter der Woche wegzugehen, zumal ich donnerstags erst um halb 2 Vorlesung habe. Auf jeden Fall sind wir in eine Bar gegangen und haben Bier-Pitscher für $ 3 bestellt. Ich hab noch eine Cola dazu bestellt (Softdrinks gibt es in Bars kostenlos) und hab den Amis mal gezeigt was Cola-Bier ist. Sie fanden es komisch aber gut. Die Amis haben eh Geschmacksverirrungen, was Essen und Trinken angeht. Das Wasser aus dem Wasserhahn zum Beispiel schmeckt und riecht nach Chlor. Das liegt daran das dem Wasser Fluorid beigesetzt ist. Das soll gut für die Zähne sein. Ist klar.
Wenn die Regierung den Leuten hier was gutes tun möchte, dass sollten sie mal die Preise für Gemüse und Obst runtersetzen und nicht ständig dazu animieren alles und jeden zu desinfizieren und Vitaminpillen zu schlucken. Ich habe jetzt übrigens angefangen Vitamintabletten zu nehmen, da das Gemüse und das Obst hier so totgezüchtet sind, dass sie kaum Vitamine mehr enthalten. Das ist kein Scherz. Aber wisst ihr was? Lisa und ich haben eine Bäckerei gefunden, die gutes deutsches Brot verkauft. Ich wusste, dass mir das deutsche Brot fehlen wird, aber dass es mir so fehlen wird, dass ich einen Freudensprung gemacht habe, als ich die Bäckerei gefunden habe, hätte ich nie gedacht. Und es schmeckt sooo gut.
Übrigens hat es KU als die Uni mit den meisten Schweinegrippe-Fällen Amerikas auf CNN geschafft. Wir haben jetzt über 180 gemeldete infizierte. Eine Studentin aus meinem Fotokurs ist jetzt auch krank. Das ist aber kein Wunder, dass die hier alle so schnell krank werden. Zu Hause wohnen alles extrem steril, essen den ekligsten Fraß und haben extremsten Vitaminmangel. Nur beachten sie nicht, dass die böse weite Welt nicht so steril uns sauber ist, und sie so extrem krankheitsanfällig sind. Fasst jeder hier ist gegen eigentlich alles allergisch. Auf jeden Fall machen die Behörden jetzt allen Panik, dass innerhalb der nächsten Monate 90% der USA H1N1-Viren infiziert ist. Das ist einfach nur lächerlich.
Kim und ich

deutsches Brot
Ich flüchte vor der Schweinegrippe